Fernweh & Sehnsucht nach zu Hause.

Im Juli 2025 haben wir alles hinter uns gelassen.

Ein Zuhause. Freunde. Familie. Ein Netzwerk, das wir gerade angefangen hatten zu bauen. Wir verkauften den Großteil unseres Besitzes, lagerten unsere Lieblingsstücke ein, und gingen. Ohne großen Plan, ohne ein Ziel. Einfach weg. Für wie lange? Wussten wir nicht. Kommen wir wieder? Keine Ahnung.

Wir fühlten uns uninspiriert, ausgelaugt, eingesperrt, gedeckelt. Unsere Seelen schrien nach MEHR.

Wir dachten, wir gehen die Welt entdecken, aber eigentlich war es mehr eine Reise ins Innere…

Die Wärme des Pazifiks. Die Fruchtbarkeit des Dschungels in Costa Rica. Wie diese wilde Schönheit Anteile in mir bewegte, die sich hässlich fühlen. Feuchte Hitze und das Gefühl, nicht hier hinzugehören. Die köstlichsten Papayas und Kokosnüsse, die wir je genießen durften. Dann das laute, wuselige Treiben im verschneiten New York. Übernachten bei großzügigen Fremden, die nun keine mehr sind. Das mühelose Knüpfen von Freundschaften im wunderschönen New Orleans, ein Ort, der Kunst verkörpert wie kein anderer. Das fleißige und lebensfrohe Farmleben auf dem Land in Lousiana. Kiloweise Maulbeeren ernten, in den Mund stecken, zu Saft und Sirup und Sekt verarbeiten. Balancieren üben zwischen Arbeit und Ruhe. Und uns immer wieder daran erinnern, dass kein Zuhause auf uns wartet. Nach einigen Monaten zeigte sich der Wunsch, dies zu ändern.

Wir haben die Flügel aufgespannt und uns gleichzeitig entwurzelt. Diese schier grenzenlose Freiheit ohne einen Anker führt zu Zerstreuung - irgendwann brauchen die ganzen Eindrücke und Erkenntnisse einen Ort, an dem sie sich niederlegen können, wie Samen, aus denen endlich etwas wachsen will. Dazu braucht es einen Boden, der uns hält. Einen Rückzug, in dem sich alles setzen kann. Ein Zuhause schenkt andere Freiheiten und anderes Wachstum, als das Reisen.

Was für ein Geschenk, dass uns möglich war fast ein Jahr lang Orte und Menschen an anderen Enden der Welt kennenzulernen. Im Gepäck haben wir neue Freundschaften, Inspirationen und Ideen, ein neues Tarot-Deck und ein Instrument. Die Sehnsucht nach Zuhause tragen wir auch schon eine Weile mit uns herum, und manchmal wiegt sie schwer.

Die letzten Meter ohne Ruhe, ohne absolute Zweisamkeit, aber mit Vorfreude auf ein Nest ganz für uns allein, liegen vor uns.

Im Mai hat Europa uns wieder :) Wir freuen uns auf Dich und alles, was auf uns wartet.

Und ich freue mich so sehr darauf, mich wieder voll der Fotografie zu widmen. Hochzeiten zu dokumentieren und mit magischen Frauen zu kreieren.

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Wie alles begann.